Es ist für mich unfassbar, was für Geschichten ich ueber die Englischlehrer der Teilnehmer in meinen Ferienkursen hoere: die geben sich anscheinend ueberhaupt keine Muehe, den Schuelern auch Spass an der englischen Sprache beizubringen. Sicher, der Notendruck ist hoch und Vergleichsarbeiten tragen nicht gerade zur Entspannung bei, aber wenn ein Schueler zwei Seiten sehr verständlichen und gut ausgedrueckten englischen Fliesstext schreibt, wie kann ein Lehrer dafuer null Punkte geben, weil viele Fehler drin sind? Was waere, der Schueler wuerde nur ganz einfache Saetze formulieren und keine Fehler machen? Volle Punktzahl?
Natuerlich sagen Schueler, die schlechtere Noten als andere haben, haeufig, dass es am Lehrer liegt. Das ist natuerlich nicht immer der Fall. Manchmal ist einfach der Beginn der Pubertaet, manchmal liegen einem Sprachen nicht. Oder?
Als Suggestopaedin bin ich der Ueberzeugung, jeder Mensch kann eine fremde Sprache lernen. Aber es ist auch eine Tatsache, dass dies im Alter von 4 bis 7 am leichtesten geht, weil da das Sprachzentrum noch anders operiert und eine neue Sprache noch wie die Muttersprache instinktiv aufgenommen werden kann. Das soll aber nicht heissen, dass man als Erwachsener keine Fremdsprache mehr lernen kann. Doch es sollte mit Spass und Leichtigkeit geschehen und unter Einbezugnahme aller Sinne.
Deswegen bewegen wir uns im Englischunterricht viel, machen zwischendurch mal eine Entspannung und lernen mit moeglichst vielen Sinnen (bewegen, hören, sehen, wenn passend auch schmecken oder riechen), also ueber Rollenspiel, Vortrag, Interview, Umfrage. Ich habe in meinen Kursen auch nichts dagegen, wenn man mit irgendwas in der Hand spielt. Manchen Menschen hilft das, sich zu konzentrieren. Die Schueler sollen auch trinken, ein grosses Manko in den oeffentlichen Schulen, wo Essen und Trinken oft verboten sind. Dabei trinken wir eigentlich oft viel zu wenig, und Wasser ist so notwendig auch fuer das Gehirn.
Nun bin ich mit der zweiten Englischgruppe in der Jugendherberge Bingerbrück beschaeftigt und ich bin begeistert von diesen jungen hoeflichen Menschen, die trotz ihrer "Fuenf Minuten", die jeder mal hat, immer gut mitmachen und sich einbringen. Auch das Miteinander in der Gruppe ist sehr gut.
Die Bilder stammen vom heutigen Unterricht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen